… dass das therapeutische Gehöft „Schneider Haff“ in Alzingen auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken kann?

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 1

    Der „Schneider Haff“ oder „a Sprangs“ („Sprancks“). Zeichnung aus dem Jahre 1991.

    Besitzer: Francine und René Clees-Weiler

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 2

    Schon Ende des 18. Jahrhunderts stand an dieser Stelle ein Hof (Sprangs?) mit ähnlichen Ausmaßen.

    „Carte du Cabinet des Pays-Bas Autrichiens, levée à l’Initiative du Comte Ferraris“ (1771-1778), Copyright Bibliothèque Royal Albert !er, Section des Cartes et Plans, Bruxelles (réimpression à partir de 1965 par le Crédit Communal de Belgique)

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 3

    Johann Pettinger, Bürgermeister von 1873-1879, soll diesen Sekretär zu seiner Ernennung erhalten haben. Seine Frau Margaretha Schneider verstarb am 17.09.1909.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 4

    Johann Pettinger, Bürgermeister von 1873-1879, soll diesen Sekretär zu seiner Ernennung erhalten haben. Seine Frau Margaretha Schneider verstarb am 17.09.1909.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 5

    Peter Schneider und Anna Pettinger heirateten am 10.01.1899 vor dem Standesamt der Gemeinde Hesperingen und einen Tag später in der Alzinger Pfarrkirche.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 6

    Das Ehepaar Jean-Pierre Schneider und Mathilde Haag (Heirat am 07.09.1937), die letzten Besitzer des „Schneider Haff“. Sie hinterließen den Hof testamentarisch der „Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf“.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 7

    Die Scheune ist abgetragen worden und die Umbauarbeiten an dem gegenüberliegenden Schuppen sind bereits im vollen Gange (24.05.2007).

    Fotograf: Roland Schumacher (Fentange)

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 8

    Am Tag der Einweihung (13.10.2008)

    Alle Fotos von Laurent Blum (Itzig)

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 9

    Die Einsegnung des Projektgebäudes. Von links nach rechts: Régis Thill (Direktor der Stifung „Lëtzebuerger Kannerduerf“), Pfarrer Pit Faber, Großherzogin Maria Teresa, Familienministerin Marie-Josée Jacobs und députée-maire Marie-Thérèse Gantenbein.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 10

    Karin Kiesendahl (dritte von rechts), die beigeordnete Direktorin der „Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf“ und Therapeutin für tiergestützte Therapie, führt durch die großräumige Außenanlage.

  • aus: Buet 06 / 2020 / N°42 / Bild 11

Die Geschichte des „Schneideschhaff“, der in der Erinnerung der älteren Alzinger Einwohner immer den Hausnamen „A Sprangs/Sprancks“ getragen hatte, ist von besonderem Interesse für die Ortschaft Alzingen selbst. Es handelt sich dabei erstens um ein Gebäude, das ein gewisses Alter hat, was umso interessanter ist, da ältere Häuser immer mehr aus dem Dorfbild verschwinden und ein Haus, das mehr als 200 Jahre alt ist, durfte hier erhalten bleiben. Dies ist zweitens umso wichtiger, da die Ausmaße des Hofes zeigen, dass es sich hierbei um ein bedeutenderes Bauwerk handelt, das aus der Masse der viel kleineren Arbeiterhäuser und Höfe der Landwirte, Ackerer und Tagelöhner dieser Zeit heraussticht.

Die Benennung „Springers“ ist schon 1611 (Alzinger Feuerstättenverzeichnis) belegt und der Name „Sprang/Spranck“ taucht 1722 in dem Alzinger Pfarrarchiv auf. Tatsächlich zeigt die Ferrariskarte (1771-78) an dieser Stelle einen größeren Hof, aber das jetzige Gehöft wurde definitiv im Jahre 1819 von den Eheleuten Johannes Becker und Catharina Kleyer errichtet. Deren Tochter Margaretha Becker heiratete 1831 Michel Pettinger. Johann Pettinger, eines ihrer 14 Kinder, wurde später Bürgermeister (1873-1879). Während seiner Amtszeit haben sogar einige Gemeinderatssitzungen dort stattgefunden, denn die Gemeinde besaß zu dieser Zeit noch kein eigentliches Rathaus und die Sitzungen wurden in Wirtshäusern oder in der Privatwohnung des Bürgermeisters abgehalten. Das erste offizielle Rathaus wurde erst 1905 in einem 1888 von der Gemeinde zu Schulzwecken erworbenen Privathaus (besteht nicht mehr) gegenüber der heutigen Sparkasse an der Route de Thionville in Funktion genommen. Anna Pettinger, die Tochter des Bürgermeisters, heiratete 1899 Peter Schneider aus Alzingen. Die letzten Privatbesitzer waren dann Johann Peter Schneider und Mathilde Haag. Sie hatten den Hof 1937 als Schenkung erhalten, obwohl der Ehemann nicht der erstgeborene Sohn war, aber er hatte als erster geheiratet.

1950 war das Haus umgebaut worden. Der Garten wurde nach vorne verlegt, die Tâk außen an einer neuen Mauer angebracht, die alte Haustür führte nun zur Waschküche und der Stein mit dem Datum und den Initialen der Erbauer wurde über der neuen Eingangstür angebracht.

Das Paar Schneider-Haag bekam keine Nachkommen, kümmerte sich aber viel um Kinder aus anderen Familien. So kamen einige Kinder aus der ersten Ehe von Anna Clees-Haag, der Schwester der Ehefrau, bei ihnen unter. Dazu gehörte auch der bekannte Organist René Clees, der im Oktober 2015 posthum den Kulturpreis der Gemeinde Hesperingen erhielt. Dazu kamen andere Kinder der Familie wie auch um 1960 durch Vermittlung der Caritas ein junges österreichisches Mädchen, das im Lande verblieb. Das Ehepaar Schneider-Haag (er verstarb 1993, sie 1999) vermachte das Haus testamentarisch der „Fondation Lëtzebuerger Kannerduerf“, um darin ein Projekt für Kinder zu gestalten.

Seine eigentliche Bedeutung erhielt das Haus in jüngerer Zeit, als die Stiftung das Bauwerk nach einer bedeutenden Renovierung jungen Mädchen ab 13 Jahren mit problematischem sozialen Hintergrund und sozio-emotionalen Störungen aufgrund schwerer Lebenskrisen zur Verfügung stellte. Ihnen bietet der therapeutische Hof den nötigen Schutz und in der Symbiose von Mensch und Tier erwächst den Jugendlichen während der auf maximal 2 Jahre ausgerichteten Aufenthaltsdauer erneut ein positives Selbstwertgefühl in einer harmonischen Umgebung, einem neuen Zuhause. Der Umbau des Hauses erfolgte ab dem Jahre 2004. Bei der feierlichen Einweihung der tiergestützten pädagogischen Einrichtung am 13.10.2008 konnte députée-maire Marie-Thérèse Gantenbein die Großherzogin Maria Teresa und die Familienministerin Marie-Josée Jacobs begrüßen.


Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

… dass ein Bäcker aus Hesperingen einst die Geschicke fast sämtlicher Gesangvereine der Gemeinde leitete?

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 1a

    1896

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 1b

    1935

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 1c
  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 2

    Die Hochzeit von Edouard Kayser und Maria Anna Lauterbour fand am 07.10.1896 in Hesperingen statt.

    Archiv Josée Conrardy-Kayser (Fentange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 3

    Die Bäckerei und die Gastwirtschaft auf einer Postkarte vom 10.12.1918. Das Haus wird sogar als Restaurant bezeichnet und im Fenster sind noch weitere Verkaufswaren zu sehen.

    Archiv Roland Hellers (Roeser)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 4

    Beliebtheit schützt vor bösen Buben nicht... Eine Notiz aus dem Luxemburger Wort vom 02.09.1905.

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 5

    Um 1910. Edouard Kayser mit Bäckerschürze vor dem Holzofen zwischen Mathias Lauterbour und Camille Lauterbour (rechts).

    Archiv Josée Conrardy-Kayser (Fentange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 6a

    Seine Geige und der reich verzierte Taktstock blieben erhalten...

    Fotos von Roland Schumacher (Fentange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 6b

    Seine Geige und der reich verzierte Taktstock blieben erhalten...

    Fotos von Roland Schumacher (Fentange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 7

    Mit Ehefrau und Enkelkindern Paulette Beck, Josée Kayser und Pierrette Ludovicy (von links nach rechts) um 1929

    Archiv Josée Conrardy-Kayser (Fentange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 8

    Die Gesellschaft bei der Hochzeit Anna und Albert Schiltz-Kerger. Von links nach rechts: Jos. Printz, Henri Wingert, Raymond Besch, Paul Beck, Jos. Weydert, Jos. Clement, Jacques Weber, Victor Beck, Jean Printz, Nicolas Schumacher, Jos. Kayser.

    Archiv Jos. Schiltz (Hesperange)

  • aus: Buet 03 / 2020 / N°41 / Bild 9

    Eines der letzten Bilder (Eintracht im Thale Hesperingen anlässlich der Jahrhundertfeier) von Edouard Kayser am 28.07.1939 (zweite Reihe von unten, fünfter von links).

    Archiv Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

Tatsächlich war der Bäcker Edouard Kayser während seiner langen aktiven Zeit sowohl Dirigent des Chores in Alzingen als auch in Fentingen und Hesperingen.

Am 29.04.1872 kam Edouard Kayser in Hesperingen „in der Sangen“ als ältestes Kind von Peter Kayser (Eisenbahnarbeiter) und Maria Catharina Schneider zur Welt. Ed. Kayser war 2 Jahre vor der Hochzeit geboren worden und wurde als Edouard Schneider später von Peter Kayser adoptiert. Nach dem frühen Tod der Mutter heiratete der Vater ein zweites Mal (Maria Anna Mersch aus Hesperingen).

Ab 1885 etwa wohnte Edouard Kayser (später auch die Schwestern) bei der Tante Lucie Kleyer-Schneider, der verwitweten Schwester seiner Mutter. Diese führte gegenüber der Kirche die Gastwirtschaft und Bäckerei (später Brasserie du Château, heute Pizzeria Chez Vito) ihres 1889 verstorbenen Mannes weiter und Edouard Kayser war als Bäckergeselle angestellt und lernte dort das Handwerk. Interessanterweise fanden noch im 18. Jahrhundert in diesem Haus (im oberen Stockwerk) die Gerichtsverhandlungen der Herrschaft Hesperingen statt.

Edouard Kayser selbst heiratete in Hesperingen am 07.10.1896 die 6 Monate ältere Maria Anna Lauterbour aus Hesperingen. Deren Eltern waren die Ackersleute Mathias Lauterbour und Barbara Joachim aus besagtem Hesperingen. Das Ehepaar Kayser-Lauterbour bekam insgesamt 7 Kinder.

Ab 1897 übernahm Edouard Kayser die Bäckerei und die Gastwirtschaft seiner Tante (sie verstarb 1929). Er buk im Gegensatz zu anderen Bäckern noch mit einem Holzofen, was seinem Brot laut Zeitzeugen eine eigene geschmackliche Note verlieh. Man sah Ed. Kayser aber wegen seiner vielen Beschäftigungen selten in der Backstube, sein Bruder Nic. war eher der Bäcker.

Die Familie schien die Musik bereits in die Wiege gelegt bekommen zu haben. (Nicolas) Edouard Schneider, genannt „Colas Ed.“, war der Bruder der Mutter und Dirigent des 1865 gegründeten Männergesangvereins „Eintracht im Thale Hesperingen“ von 1865-1891. Er war der Taufpate von Ed. Kayser und leitete neben der Hesperinger Eintracht auch den Alzinger Männerchor in den Jahren 1889-1891. Edouard Kayser, der 1891 der „Eintracht im Thale“ beigetreten war, übernahm dort den Dirigentenstab ab 1895.

1893 war der erst 21 Jahre alte Ed. Kayser sogar für ein Jahr auf den Präsidentenposten der Eintracht im Thale gewählt worden. Er dirigierte die Eintracht in den Jahren 1895-1903, 1905-1924 und 1925-1942 und erhielt unter anderem eine Erinnerungstafel mit dem Bild der Burg Hesperingen, eine Ehrerbietung, die lediglich noch dem Lokalhistoriker Pierre Anen erwiesen worden war.

Auch Kaysers Tochter Anna (Schauspiel und Gesang) und sein Sohn Paul (Klavier) halfen bei den Theateraufführungen der Eintracht und die Gesangproben wurden im hinteren Teil der Gastwirtschaft (Raum zum Hof hin) abgehalten.  Der Dirigent übte die einzelnen Stimmen damals anhand einer Geige ein. Während die einen übten, saßen die anderen nebenan in der Gastwirtschaft, tranken und spielten Karten.

Wie sein Onkel Edouard Schneider betätigte sich Edouard Kayser auch als Dirigent des Alzinger Männerchors und zwar in den Jahren 1919-1933. Als die dortige Gesellschaft 1919 mit François Scholer einen neuen, jungen Präsidenten erhielt, übernahm Ed. Kayser den Dirigentenstab, den er bis 1933 mit viel Geschick führte. Er war zudem der erste Dirigent des 1910 neu gegründeten Fentinger Männergesangvereins. Diese Funktion hatte er gar bis 1939 inne.

Edouard Kayser verstarb am 23.04.1942 in seiner Wohnung in Hesperingen an „Herzdegeneration u. Wassersucht“. Der Grabstein befand sich seit jeher neben der Kapelle Tesch auf dem Hesperinger Friedhof, ist aber nicht mehr in seinem ursprünglichen Zustand.


Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

… dass die Hesperinger Alzette-Brücke vor genau 75 Jahren im Blickpunkt der Ereignisse stand?

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 1

    Die beiden Sprengungen in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1944 hatten verheerende Schäden an der Alzette-Brücke in Hesperingen verursacht.

    Archiv Jules Braun (Hesperange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 2

    Einer der US Soldaten (das Abzeichen am Ärmel lässt seine Zugehörigkeit zu Pattons 3. Armee erkennen) bei Pfarrer Ernest Beres (1881-1958), der von 1916 bis 1956 Seelsorger in Hesperingen war.

    Archiv Christian Pettinger (Fentange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 3

    Innerhalb weniger Tage konnten US Pioniere die Brücke wieder instand setzen, die anschließend von zwei Posten bewacht wurde. Zu beiden Seiten ist ein hölzerner Fußgängersteg erkennbar. Der südliche (links) davon sollte am 26.12.1944 einem Sherman-Panzer zum Verhängnis werden.

    Archiv Christian Pettinger (Fentange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 4

    Zwei neue Fotos des Panzerunglücks (insgesamt existieren deren sieben) konnten ersteigert werden. Eines davon zeigt die Aufbahrung (auf „Onnerklaus“) der beiden toten US Soldaten Cpl. Lewis W. Meade und Cpl. James G. Russ, die zuletzt aus dem verunfallten Panzer geborgen wurden.

    Archiv Christian Pettinger (Fentange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 5

    Bergung des Panzers aus der Alzette

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 6

    Die F Kompanie des 1303rd Engineer General Service Regiment, welche General Pattons 3rd US Army angegliedert war, bei den Reparaturarbeiten nach dem Panzerunglück.

    Archiv Christian Pettinger (Fentange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 7

    Die F Kompanie des 1303rd Engineer General Service Regiment, welche General Pattons 3rd US Army angegliedert war, bei den Reparaturarbeiten nach dem Panzerunglück.

    Archiv Christian Pettinger (Fentange)

  • aus: Buet 12 / 2019 / N°40 / Bild 8

    Auch Kriegsgefangene, die von der Hesperinger Miliz (an den weißen Armbändern erkennbar) bewacht wurden, mussten bei den Reparaturarbeiten mithelfen.

    Archives Centre National de l’Audiovisuel (Dudelange)

In der Nacht vom 9. auf den 10. September 1944 erfolgte die Zerstörung der Hesperinger Alzette-Brücke (die erste Sprengung gegen Mitternacht, die zweite um 2 Uhr morgens) durch die sich auf der Flucht befindenden deutschen Besatzungstruppen. Eine erste Sprengung hatte die Fahrbahn nicht unbrauchbar machen können, weswegen eine noch größere Menge Pulver bei einer zweiten Sprengung nötig war, um eine Bresche in die Brücke zu schlagen. Die Einwohner waren durch die Deutschen von der bevorstehenden Sprengung in Kenntnis gesetzt worden, aber die Wasserleitung, die Kirche, die zwei Schulen und viele Privathäuser wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Mittelteil der Brücke selbst war auf der südlichen Seite ganz zerstört, nur auf der nördlichen Seite (zur Stadt zu) existierte noch ein schmaler Streifen in der ganzen Länge, wohl wegen eines Eisenträgers, welcher der Schmalspurbahn „Jangeli“, deren Schienen dort verliefen, mehr Halt verleihen sollte.

Da die Straße Richtung Frankreich von großer Bedeutung für die US-Armee war, musste sogleich an einen Wiederaufbau gedacht werden. Pioniere („Engineers“) der US Army errichteten innerhalb weniger Tage einen neuen Brückenmittelteil, der aus Stahlträgern sowie mehreren Lagen Holzplanken bestand. Zu beiden Seiten befand sich ein Fußgängersteg mit Geländer, der durch einen Holzbalken am Boden von der Fahrbahn getrennt war. Die Brücke war geeignet, die Last der schweren Panzer und Lastwagen zu tragen, die ab dem 16.12.1944 täglich in den Einsatz mussten (Ardennen-Offensive). Auf dem Rückweg Richtung Frankreich (Metz) geriet am 26.12.1944 irrtümlicherweise ein M4 Sherman Panzer des 11th Tank Battalion der 10th Armored Division auf den südlichen der beiden hölzernen Stege (für Fußgänger angedacht), den er durchbrach, um anschließend kopfüber in der etwa 60 cm tiefen Alzette zum Liegen zu kommen. Dabei kamen drei junge US Soldaten der fünfköpfigen Besatzung ums Leben (Lewis W. Meade, James G. Russ und Isidore M. Vasko). Die näheren Umstände konnten durch die Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper in Erfahrung gebracht werden und die Gemeindeverwaltung ließ ein Denkmal errichten, das am 19.10.2013 eingeweiht wurde.

Die Stadt Luxemburg war am 10.09.1944 von der 5th US Armored Division befreit worden und am Tag danach auch Hesperingen. Ihr angegliedert war das „22nd Armored Engineer Battalion“, das für Brückenbau und Straßenarbeiten zuständig war. Christian Pettinger, Vorstandsmitglied der Geschichtsfrënn, fand jedoch keinen Beleg in deren „After-Action-Reports“ dafür, dass diese Pioniere an der Hesperinger Alzette-Brücke gearbeitet haben. Auf der anderen Seite war am 08.09.1944 bereits die „993rd Engineer Treadway Bridge Company“ des Fifth US Corps der 5. US Panzerdivision angegliedert worden und es ist wahrscheinlich, dass diese dafür zuständig war, was noch untersucht werden muss.

Pettingers Recherchen führten zu neuem Fotomaterial dieser Zeit, unter anderem auch zu zwei weiteren Fotos des Panzerunglücks. Nun kann auch definitiv beantwortet werden, welche US Pionier-Einheit die Brücke nach dem Sherman-Zwischenfall wieder instand setzte. Es handelt sich dabei um die F Kompanie des 1303rd Engineer General Service Regiment, welche General Pattons 3rd US Army angegliedert war. Die 10 Offiziere und 239 Mann wurden am frühen Morgen des 21.12.1944 von Salonnes (Moselle, Frankreich) nach Hesperingen verlegt, wo sie gegen 14.00 Uhr ankamen. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem Instandsetzungsarbeiten an Straßen und Brücken. Der Aktivitätsbericht der Einheit erwähnt, dass die ganze Kompanie vom 21. bis 31. Dezember damit beauftragt war, Zufahrtswege zu erkunden sowie die Brücke in Hesperingen zu reparieren. Des Weiteren wurden die Straßen von Schnee und Eis befreit. Während ihrer Stationierung in Hesperingen baute das Engineer Regiment ebenfalls eine Brücke über die Sauer bei Bollendorf (10. bis 20. Februar 1945) sowie eine Brücke bei Echternach (20. bis 27. Februar 1945). Am 4. März 1945 verließ die Einheit Hesperingen und wurde nach Wasserbillig verlegt.


Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

… dass der erste Kulturpreisträger der Gemeinde Hesperingen Jean-Pierre Kemmer hieß?

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 1
  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 2

    Bei seiner Kommunion …

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 3

    Die Eltern Claire und Michel Kemmer-Steinborn​

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 4

    1965 feierte die „Eintracht im Thale“ Hesperingen ihren 100. Geburtstag. Der Vorstand, von links nach rechts: Albert Pütz, Roger Schaack, Gustave Ries, Roger Wambach, Jos. Thinnes, Gaston Thinnes (obere Reihe) und Marcel Pütz, Paul Beck, Henri Wingert, Jean-Pierre Kemmer, Jean Ruppert (untere Reihe)

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 5a

    Anfang der 1970er Jahre mit Colette und Fernand

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 5b

    Anfang der 1970er Jahre mit Pir Kremer

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 6

    Die „Choeurs Jean-Pierre Kemmer“ im Jahre 1973

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 7
  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 8

    Am 08.10.1980 überreichte die Hesperinger Lokalsektion der Enrôlés de Force Großherzog Jean eine Schallplatte mit dem Titel „Trei zur Heemecht“, für die Jean-Pierre Kemmer mitverantwortlich zeichnete.

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 9

    Bei der Arbeit …

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 10a

    Für die Einsegnung der neuen Viscount-Orgel in Fentingen am 12.10.1985 hatte Jempi Kemmer eigens eine Toccata komponiert.

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 10b

    Für die Einsegnung der neuen Viscount-Orgel in Fentingen am 12.10.1985 hatte Jempi Kemmer eigens eine Toccata komponiert.

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 11

    An der Fentinger Orgel …

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 12

    Mit dem Fentinger Gesangverein beim „Hämmelsmarsch“ im Jahre 1986 (Jean-Pierre Kemmer am Akkordeon)

  • aus: Buet 09 / 2019 / N°39 / Bild 13

    Bei der Verleihung des ersten Kulturpreises der Gemeinde Hesperingen (16.03.1991). Von links nach rechts: Micky und Aly Bintz, Pir Kremer, Léon Blasen, Schöffe Albert Wanderscheid, Jempi Kemmer mit Ehefrau Alice Kemmer-Roden, Schöffe Vic. Rod und député-maire Alphonse Theis.

Tatsächlich hatten die Verantwortlichen der Gemeinde Hesperingen im Jahre 1991 den ersten Kulturpreis an den begnadeten Musiker, Komponisten und Dirigenten Jean-Pierre dit „Jempi“ Kemmer verliehen. Mit dem „Allround-Musiker“, dessen Schaffen Lieder, symphonische Kompositionen wie auch Theater-, Film- und Kirchenmusik beinhaltete, beherbergte die Gemeinde Hesperingen lange Jahre eine nationale musikalische Größe in ihren Diensten.

Geboren wurde Jean-Pierre Kemmer am 08.12.1923 in der Hauptstadt als Sohn des gelernten Korbflechters und Geschäftsmannes Michel Kemmer und seiner Ehefrau Claire Steinborn. Der Vater hatte selbst Piano und Orgel gelernt und spielte nebenher populäre Tanzmusik. Von den Söhnen hatte vor allem Jempi sein Talent geerbt und lernte auch ab 7 Jahren schon Piano und Orgel spielen. Bereits mit 13 Jahren durfte er auf Wunsch von Léon Moulin im Radio als Begleitung aushelfen. Nach dem Studium am Athénée de Luxembourg begann er zu komponieren und konnte noch während der Okkupationszeit einige erste Preise absolvieren, ehe er dann im August 1943 von den deutschen Besatzern zwangsrekrutiert wurde. Nach seiner Rückkehr musste er am 12.07.1945 seinen während der Besatzungszeit erhaltenen Virtuosenpreis wiederholen und auf dem Diplom stand: „grande distinction et félicitation du jury (60 points)“. Radio Luxemburg, das ihn am 11.11.1945 fest einstellte, blieb er mehr als 20 Jahre treu.

Als Komponist hat sich Jean-Pierre Kemmer durch fünf große Opern, eine Vielzahl von Operetten, symphonische Werke und mehrere Messen hervorgetan. Besonders die „Johannes-Passion“ wurde später auf den renommiertesten Bühnen gespielt. Das Oratorium „Le Chant des Saisons“ dirigierte der vielseitige Musiker am 19.11.1966 in Lüttich in Präsenz des Prinzenpaares Albert und Paola und er erhielt höchstes Lob in der belgischen Presse.

Die Chorale mixte des Luxemburger Konservatoriums dirigierte Kemmer von 1961 bis 1968, ehe er im darauffolgenden Jahr seinen eigenen Chor gründete. Über 600 Auftritte hatte der „Jempi-Kemmer-Kouer“ nach mehr als 21 Jahren Aktivität zu verzeichnen, Aufnahmen und Fernsehaufzeichnungen sowie viele Auftritte im In- und Ausland. 

Daneben stand Jempi Kemmer von 1970 bis zu seinem Tode der „Chorale Municipale Ons Hemecht“ aus Petingen vor und schrieb eine Kindermesse und zahlreiche Kompositionen und Arrangements für die alljährliche „Revue“ im Neuen Theater. Während 30 Jahren sorgte er für die musikalische Begleitung von Pir Kremers Karnevals- und Silvestersendungen und schrieb manche Filmmusik.

Am 16.03.1991 wurde Jean-Pierre Kemmer im Centre Civique in Hesperingen der erste Kulturpreis der Gemeinde Hesperingen für seine einzigartigen Verdienste auf dem Gebiet der Musik überreicht. Seit 1969 war er nämlich in Fentingen ansässig und hatte bereits 1959 die Leitung des Hesperinger Männerchors „Eintracht im Thale“ übernommen, den er bis 1972 dirigierte. In Fentingen trat er 1985 als Dirigent in die Dienste des Gesangvereins, den er bis April 1991 auch auf dem Piano begleitete. Für den Fentinger Kinderchor „Les Alouettes“ schrieb er neben seiner Tätigkeit als Pianist ab Mitte der 1980er Jahre ebenfalls eine Reihe von Liedern und Arrangements und für die Arbeit mit seinem eigenen Chor hatte Jempi Kemmer sich eigens in seinem neu errichteten Haus in der „rue de Kockelscheuer“ in Fentingen ein Tonstudio eingerichtet.

Am 21.12.1991 verschied Jempi Kemmer nach langer Krankheit im Alter von nur 68 Jahren in der hauptstädtischen Zitha-Klinik. Dass der einzigartige Virtuose nicht aus dem Gedächtnis der Musikliebhaber in der Gemeinde und darüber hinaus vergessen ist, belegen eine Reihe von Gedächtniskonzerten der Fentinger Chorale, der UGDA wie auch der Gemeinde Hesperingen zu seinem 10. Todestag.


Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

… dass Grand-Duc Jean mehrmals in der Gemeinde Hesperingen zu Besuch gewesen ist?

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 1

    Während der Kriegszeit und danach waren viele Fotos des jungen Prinzen im Umlauf. Die Bevölkerung sehnte sich nach Bildserien der großherzoglichen Familie wie der des Fotografen P. Bertogne.

    Archiv Jules Braun (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 2

    Während der Kriegszeit und danach waren viele Fotos des jungen Prinzen im Umlauf. Die Bevölkerung sehnte sich nach Bildserien der großherzoglichen Familie wie der des Fotografen P. Bertogne.

    Archiv Jules Braun (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 3

    Prinz Felix vor der zerstörten Brücke in Hesperingen am 12.09.1944

    Fotograf: Jean-Baptiste Schuller (Hesperange), Archiv Camille Michaely-Grun (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 4

    Margot Weydert (links), Prinz Jean und ein Begleiter der Eskorte in Uniform

    Fotograf: Jean-Baptiste Schuller (Hesperange), Archiv Milla Deitz-Mersch (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 5

    Prinz Jean vor der Alzette-Brücke. Jacques Heuschling (links mit Béret) von der Miliz und „Marechen“ Hamang (rechts) stehen neben dem Erbgroßherzog.

    Fotograf: Jean-Baptiste Schuller (Hesperange), Archiv Milla Deitz-Mersch (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 6

    Kolorierter Ausschnitt eines Fotos von besagtem Tag

    Fotograf: Jean-Baptiste Schuller (Hesperange), Archiv Camille Michaely-Grun (Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 7

    Zwei Fotos der Gedenkfeier in der Avenue Berchem (Howald) am 03.06.1945

    Archiv Georgette Recht-Meyers (Howald)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 8

    Zwei Fotos der Gedenkfeier in der Avenue Berchem (Howald) am 03.06.1945

    Archiv Georgette Recht-Meyers (Howald)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 9

    Am 22.06.1992 empfing député-maire Alphonse Theis das großherzogliche Paar.

    Alle Fotos von Claude Genson (Gemeinde Hesperange)

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 10

    Großherzog Jean bei der Eintragung in das goldene Buch der Gemeinde …

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 11

    … und im Gespräch mit dem früheren Bürgermeister und Minister Albert Bousser

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 12

    Bei der musikalischen Darbietung vor dem Park

  • aus: Buet 06 / 2019 / N°38 / Bild 13

    In Howald wurde die Straße von der Route de Thionville bis zur Kirche nach dem Großherzog benannt.

    Fotograf: Roland Schumacher (Fentange)

Am 23.04.2019 verstarb Jean von Nassau, der am 05.01.1921 auf Schloss Berg in Colmar-Berg geboren worden war. Prinz Jean war der älteste Sohn der Großherzogin Charlotte von Luxemburg und des Prinzen Felix von Bourbon-Parma. Der Erbgroßherzog heiratete am 09.04.1953 in der Kathedrale von Luxemburg Joséphine Charlotte, die mehr als 6 Jahre jüngere Tochter des belgischen Königs Leopold III. und seiner ersten Gattin Astrid von Schweden. Mit ihr hatte Erbgroßherzog Jean 5 Kinder, unter anderem den jetzigen Großherzog Henri. Von 1964 bis 2000 stand Jean von Nassau  dem Land als Großherzog vor und übte sein Amt mit Würde und äußerster Diskretion aus und wusste so die Sympathie der Bevölkerung des Luxemburger Landes als überparteiliche Symbolfigur der Einheit und Unabhängigkeit des Staates für sich zu gewinnen.

Die Gemeinde Hesperingen hatte mehrmals die Ehre, Großherzog Jean bei sich zu empfangen, immer auch in Begleitung von Familienmitgliedern. Noch heute kann die Bevölkerung in liebevoller Erinnerung, aber auch mit Wehmut auf diese Momente zurückblicken.

Am Morgen des 10.09.1944, dem Tag der Befreiung der Stadt Luxemburg von der Nazi-Herrschaft, kam Prinz Felix mit den Amerikanern an und am Nachmittag wurde auch Erbgroßherzog Jean in der Hauptstadt von der begeisterten Luxemburger Bevölkerung empfangen und gefeiert. Zwei Tage später (es gibt widersprüchliche Angaben) fuhren Prinz Felix und Prinz Jean nach Esch/Alzette und Düdelingen und besuchten an dem Tag auch die Ortschaft Hesperingen, bevor sie in südlicher Richtung weiterfuhren. In der Nacht vom 9. auf den 10. September hatten die flüchtenden deutschen Truppen in Hesperingen die Alzette-Brücke gesprengt (um Mitternacht und um 2 Uhr nachts waren die beiden Sprengsätze detoniert) und Erbgroßherzog Jean besah sich mit seinem Vater Prinz Felix die Ausmaße der Schäden.

Während der Besatzung durch die deutsche Wehrmacht waren der Bahnhof Luxemburg und die umliegenden Stadtteile im Mai und August 1944 Fliegerangriffen ausgesetzt gewesen. Die Alliierten verursachten bei insgesamt 3 Fliegerangriffen ausgedehnte Zerstörungen an den Bahnhofsanlagen und beschädigten 143 Häuser mehr oder weniger schwer. Der Howald (mitsamt dem angrenzenden Güter- und Rangierbahnhof „Zwickau“) wurde vor allem durch den ersten Angriff am 09.05.1944 arg in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt 14 Einwohner aus Howald kamen dabei ums Leben.

Am 03.06.1945 fand um 9:30 Uhr dann in Howald eine große Gedenkfeier für die Bombenopfer statt. Dabei war neben mehreren Ministern, einer Ehrenkompanie der Armee, einer Abteilung von „Ons Jongen“ und Vertretern belgischer Resistenzbewegungen auch die großherzogliche Familie präsent. Großherzogin Charlotte, ihr Ehemann Prinz Felix und Erbgroßherzog Prinz Jean saßen bei der Gedenkfeier in der fürstlich geschmückten Avenue Berchem in der ersten Reihe. Pfarrer Ernest Beres aus Hesperingen hielt unter den erbaulichen Klängen des 1939 gegründeten Gesangvereins „Ro’de Le’w“ ein feierliches Hochamt ab. Eingeweiht wurde dabei eine steinerne Gedenktafel mit den Namen der Toten sowie eine Bildtafel mit deren Fotos. Beide hängen heute in der Kirche Howald.

Am 22.06.1992 (am Vorabend zu Nationalfeiertag) stattete das großherzogliche Paar Jean und Joséphine-Charlotte der Gemeinde Hesperingen und dem „Urbéngsschlass“ einen feierlichen Besuch ab. Dabei erhielt Großherzog Jean eine wertvolle Skulptur (Ritter zu Pferd) als Geschenk und trug sich mit seiner Frau ins Goldene Buch ein. Dem Fürstenpaar wurde anschließend vor dem Hintergrund des neuen Parks ein musikalisches Rahmenprogramm dargeboten.  Das neue Rathaus der Gemeinde wurde dann am 19.09.1992 eingeweiht.

Dem verstorbenen Großherzog Jean entbieten alle Einwohner der Gemeinde Hesperingen ihren Respekt. Gerade nach den Wirren des letzten Krieges hatte das Luxemburger Land dem jungen Prinzen als Leitfigur einer besseren Zukunft all ihre Sympathie entgegengebracht und wurde nicht enttäuscht. Großherzog Jean war für alle ein integrer Mensch, ein liebevolles Familienoberhaupt und ein fürsorglicher Landesvater, eine „Visitenkarte“ des Luxemburger Landes.


Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper