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Wussten Sie schon,... (aus: Buet 03 / 2012 / N°9)

...dass die Ortschaft Fentingen früher einen Bahnhof besaß?

1825 wurde die erste öffentliche Eisenbahn unter der Leitung von George Stephenson eingeweit und bereits wenige Jahre später wurden in unseren Nachbarländern ganze Eisenbahnnetze errichtet. Vom politischen und damit auch wirtschaftlichen Standpunkt befand sich Luxemburg zu dieser Zeit in einer sehr isolierten Lage. Der Vertarg von 1839, welcher die Niederlande und Belgien trennte, beraubte unser Land eines großen Gebietes, das an Belgien abgetreten wurde.

Für Luxemburg bedeutete die Errichtung eines eigenen Eisenbahnnetzes in erster Linie einen schnelleren und vorteilhafteren Transport des Eisenerzes sowie der landwirtschaftlicher Produkte nach dem Ausland. Viele Arbeitsstellen wurden geschaffen, die Auswanderung klang ab und Industrie wie auch Handel wurden konkurrenzfähiger. Dass die Schienenstränge mittlerweile bis an unsere Grenzen reichten, wusste auch die letzten Skeptiker von dem Erfolg eines solchen Vorhabens zu überzeugen.

2 Auszüge der Baupläne

 

In einem am 30.04.1856 vorgelegten Kommissionsbericht wurde der Strecke von Hesperingen bis zur französischen Grenze zugestimmt, während der 7.5 km lange Abschnitt Hesperingen - Luxemburg von der nach zu klärenden Lage des Zentralbahnhofs abhing. Am 05.05.1856 wurde die Streckenführung Hesperingen - französishce Grenze dann durch Königlich-Großherzoglichen Beschluss Wilhelms III. gutgeheißen.

Am 03.06.1857 wurde in einem Brief des General-Administrators Paul de Scherff auch zum ersten Male eine mögliche Station Fentingen angedeutet: "Il est encore indispensable de ménager entre Fentange et Hespérange un palier d'environ 400 mètres, et situé dans un endroit pouvant être facilement raccordé avec les voies de communication existantes. La distance de Bettembourg à Luxembourg est trop grande, et la localité de Hespérange, ainsi que les communications qui y aboutissent, sont trop importantes pour que cette contrée puisse rester dépourvue de gare." Und weiter heißt es in einem Brief vom 17.06.1857: "... que je ne pouvais pas approuver définitivement votre premier projet avant qu'on ait recherché encore le moyen de l'améliorer, et qu'on ne l'ait rectifié par l'établissement d'un palier aux environs de Fentange".

Am 5. Oktober 1859 konnte die Strecke Luxemburg - Bettemburg (- Diedenhofen - Metz) mit einer Länge von 17 km dann in Betrieb genommen werden.

Der Bahnhof Fentingen war der erste auf der Strecke Luxemburg - Diedenhofen und als Zwischenbahnhof konzipiert. Seine Anlagen waren sehr bescheiden: ein durchgehendes Hauptgleis, ein Überholugsgleis, 2 Weichen und ein Empfangsgebäude.Erst ab 1873 war die Strecke Luxemburg - Diedenhofen dann zweigleisig.

Der Bahnhof war beim Streckenbau Luxemburg - Diedenhofen an das äußerste südliche Ende des Fentinger Banns errichtet worden. Johann Dominik Stiff aus Fentingen, Abgeordneter und Bürgermeister der Gemeinde Hesperingen, hatte damals seinen ganzen Einfluss geltend gemacht, damit der Gahnhof an dem Nordrand des Dorfes entstehen würde, während die Ortsvorsteher des Roeserbanns sich vehement für den Standort Berchem eingesetzt hatten. Die Lösung lag (wie so oft in der Politik) in der Mitte...

Scheinbar war der Standort des Bahnhofs Fentingen aber für die Gemeinde Hesperingen unbefriedigend, denn viele Einwohner und Marktbesucher legten den Weg zur Hauptstadt wie eh und je zu Fuß zurück.

Luftaufnahme mit Standort des Gebäudes. Heute befindet sich dort ein drittes Gleis, das seit Juni 2007 die LGV Est (ligne à grande vitesse Est européenne) an Luxemburg anbindet. Mit freundlicher Genehmigung von Microsoft Bing Maps 3D.

Auch Proteste vonseiten der Gemeinde Roeser wurden im Verlaufe der Zeit nicht weniger und ab 1876 gar mahnender 17 Jahre nach der Eröffnung des Fentinger Bahnhofs. Dass die Gemeinde Hesperingen in dem anschließenden Streit unterlag, muss auch an den dürftigen Protesten der Gemeindeverwaltung gelegen haben. Außerdem hatte die Gemeinde Roeser neben der Eisenbahnbehörde des Öfteren höchste staatliche Stellen (darunter den Staatsminister Félix de Blochausen) als direkte Ansprechpartner auserwählt, die ihnen wohl gesonnen waren.

Der Regierungskommissar und Staatsrat Charles-Frédéric Mersch-Faber wurde 1876 seitens der Eisenbahnbehörde darüber unterrichtet, dass das Unternehmen "Bahnhof Berchem" nur dann zu bewerkstelligen wäre, wenn man die Station Fentingen nach Berchem verlegt, nicht aber durch einen weiteren Halt ergänzt würde. Tatsächlich würde ein Halt in Berchem (knapp 1.500 Meter von dem Fentinger Bahnhof entfernt) diesem den geringeren Personenverkehr abspenstig machen. Die Kosten für den Bau in Berchem schreckte die Eisenbahnverwaltung ab und sie machte der Gemeinde Roeser die Auflage, dass diese ein finanzielles Engagement eingehen müsse, indem sie beispielsweise den Grund und Boden unentgeltlich zur Verfügung stellen und auf eigene Kosten einen ausreichenden Zufahrtsweg herrichten würde. Eine Entscheidung müsse schnell getroffen werden, da zu diesem Zeitpunkt Verhandlungen stattfänden, die Station Fentingen auch für Wagenladeverkehr zu eröffnen.

Die Planung der Sekundärbahn "Jangeli" welche von Luxemburg über Hesperingen nach Remich (und umgekehrt) führte und am 20.02.1882 in Betrieb genommen wurde, hat möglicherweise für den Bahnhof Fentingen dann das endgültige Aus bedeutet.

Ein Schreiben der "Kaiserlichen Eisenbahn-Betriebs-Inspection VI" vom 8.10.1877 informierte den Regierungskommissar Mersch-Faber schließlich darüber, dass am 15.10.1877 die zwischen Luxemburg und Bettemburg gelegene und errichtete Station Berchem für den Güter-, Personen- und Gepäckverkehr eröffnet und dagegen die bisherige Station Fentingen von dem gleichen Tage ab, aufgehoben wird."

In späteren Jahren (1913 und 1924) wurde mehrmals der Versuch unternommen, die Station Fentingen wieder ihrer früheren Bestimmung zuzuführen,a ber ohne Erfolg. Mit der Errichtung eines Autobusdienstes ab Ende Oktober 1930 (das Fuhrunternehmen Johann und Victor Feider aus Bonneweg wurde mit dem Dienst für die Strecken Itzig - Hesperingen - Fentingen - Berchem und Itzig - Hesperingen beauftragt), an dem sich der Staat zudem zu 50% beteiligte, wurde der Fentinger Bahnhof uninteressant.

Seltene Aufnahme des Bahnhofs Fentingen (kurz vor 1960)

Seit dem Jahr 1878 hatte das Gebäude noch verschiedenen Rottenführern und anderen Eisenbahnangestellten mitsamt ihrer Familien als Domizil gedient, ehe es dann im Sommer 1960 durch das Unternehmen Kuhn et fils aus der Hauptstadt abgerissen wurde.

 

Roland Schumacher

Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

 

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Wussten Sie schon,... (aus: Buet 12 / 2011 / N°8)

...dass im Kloster Itzig ein Stück Landesgeschichte geschrieben, respektive unterschrieben wurde?

Der Kapitulationsvertrag der Festung Luxemburg mit den Zusatzbedingungen der Franzosen (17. Prairial an III = 05.06.1795), den Baron von Bender gleich unterzeichnete. Der französische General Hatry tat dies dann zwei Tage später in Itzig.

1477 war Luxemburg zusammen mit Burgund an die Habsburger gefallen. Es blieb zwar formal selbstständiges Herzogtum, war aber de facto nur eine Provinz der zunächst spanischen und später csterreichischen Niederlande. Im Dezember 1683 und Mitte 1684 belagerten die französischen Truppen Ludwigs XIV. die Hauptstadt , welche sie schließlich eroberten. Ab 1698 befand sie sich wieder in spanischer Hand, ehe die Österreicher 1713 die Festung in Besitz nahmen. Friedliche Jahrzehnte kennzeichneten die Landespolitik bis zur Eroberung und Annexion des Landes durch die Truppen der Französischen Revolution. Nach der Besetzung 1793/94 bildete Luxemburg als „Département des Forêts“ für die folgenden 20 Jahre einen Teil Frankreichs.

Seit der Französischen Revolution im Jahre 1789 sorgten die französischen Soldaten überall in Europa für Unruhe. Im Frühjahr 1794 näherten sich die Truppen der Festung Luxemburg und im Herbst 1794 erhielt der französische General René Moreaux, Commandant en chef der Armée de la Moselle, den Befehl, die Hauptstadt einzunehmen. Die Belagerungsarmee wuchs schnell von 19.800 Mann (21.11.1794) auf 39.000 Soldaten (Mai 1795), die vor der Stadt Luxemburg lagen.

General Jacques Maurice Hatry, der Kommandant der französischen Truppen (collection Jacques Dollar)

Kommandant war dort der österreichische Feldmarschall Baron Blasius Columban von Bender. Ein interessantes Schriftstück stellt sein „Tage-Buch der Berennung der Festung Luxembourg“ dar, das auf mehr als 400 Seiten die Ereignisse zwischen dem 11.07.1794 und dem 08.06.1795 (einen Tag nach der Kapitulation) festhält. Dort ist zu lesen, dass die französische Seite ihr Hauptquartier seit dem Frühjahr 1795 in Itzig im Hause Tesch-Eyden hatte (dem heutigen Kloster). Das Anwesen, das schon um 1600 erwähnt wird, hatte der städtische Anwalt Jean Jacques Tesch (Offiziant des Markgrafen von Baden) am 21.06.1775 von Christophorus Goergen (alias Heintzen) erworben, ehe es im Frühjahr 1795 von der französischen Armee requiriert wurde. General Jacques Maurice Hatry hielt die militärischen Befehle, welche vom 17.04.1795 bis zum 24.06.1795 aus Itzig an die französischen Truppen gingen, ebenfalls in einem 70-seitigen „livre d’or“ fest.

Das Kloster mit dem Freiheitsbaum, der 2003 gefällt wurde

Das herrschaftliche Gut befand sich bis 1819 im Besitz der Familie Tesch, die anschließend nach Hesperingen verzog (Haus Hardt zwischen Alzettebrücke und „Waassergaass“). Nach den Familien Boch und Richard gelangte das Haus durch Versteigerung am 28.02.1865 in den Besitz der Witwe Pescatore-Beving, die es dem Kloster der Franziskanerinnen zwecks Einrichtung eines Waisenhauses schenkte.

Der Festungskommandant Bender beschloss am 30.05.1795 mit seinem Kriegsrat, den Franzosen die Kapitulation der ausgehungerten Festungsstadt Luxemburg anzubieten. Ein Dokument in französischer und deutscher Sprache wurde am 1. Juni durch die beiden Unterhändler Leutnant Baron de Stensch und Major Baron Neny nach Itzig gebracht. General Hatry legte den Text seinen Vorgesetzten Talot und Jourdan vor, um die Bedingungen für einen Waffenstillstand festzulegen.

Am 5. Juni wurde dem Festungskommandanten Bender der von den Franzosen etwas abgeänderte Vertrag übergeben, welcher zwei Tage Zeit hatte, diesen anzunehmen und zu unterschrieben, was auch geschah. Am 07.06.1795 unterschrieb General Hatry dann in seinem Hauptquartier in Itzig den Kapitulationsvertrag im Namen des französischen Volkes und am selben Tag marschierten seine Truppen in der Festung ein. Am 10.06.1795 erschien schließlich auch Feldmarschall Bender mit seinen Leuten in Itzig und ein gemeinsames Essen im Hause Tesch besiegelte die Kapitulationsvereinbarung.

Der Freiheitsbaum („Friedenslinde“) im Hof, welcher am 08.03.2003 wegen Krankheitsbefall aus sicherheitstechnischen Gründen gefällt werden musste, soll anlässlich des Sieges der französischen Truppen gepflanzt worden sein. 200 Jahre später konnten die „Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper“ diesen historischen Tag zusammen mit den Verantwortlichen der Gemeinde Hesperingen würdigen und eine Gedenktafel am Kloster anbringen (09.06.1995).

 

An den historischen Tag erinnert eine Gedenktafel am Kloster, welche die Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper zusammen mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltung 200 Jahre später am früheren Hause Tesch anbrachten.

Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

 

Anlässlich der Journée de la Commémoration Nationale am 02.10.2011 in Itzig präsentierten député-maire Marc Lies und Roland Schumacher, Präsident der Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper, die Gedenkplakette an den gebürtigen Itziger Herz-Jesu- Pater Joseph Stoffels, der während des 2. Weltkriegs in der Euthanasie-Anstalt Schloss Hartheim bei Linz in Österreich brutal ermordet worden war. Seine Asche war in die Heimat überführt worden und befindet sich noch immer an der einstigen Grabstätte auf dem Friedhof in Itzig.

 

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Wussten Sie schon,... (aus: Buet 09 / 2011 / N°7)

...dass die Alzette-Brücke in Hesperingen vor kaum mehr als 60 Jahren errichtet wurde, ihre Vorgängerinnen sich aber bis in die Römerzeit zurückverfolgen lassen?

Über 73 Kilometer erstreckt sich die bei Audun-le-Tiche entspringende Alzette, ehe sie in der Nähe von Ettelbrück in die Sauer fließt. Schon die Römer wussten ein gut ausgebautes Straßennetz zu unterhalten und aus strategischen Ursachen auch die Transporte durch die Fl!sse durch steinerne Furten im Flussbett bequemer und schneller zu gestalten. Bei der Ausbaggerung der Alzette im Jahre 1931 traf man an der Hesperinger Kirche auf eine solche Furt, die aus mächtigen Steinblöcken erstellt worden war. Bei der Aushebung wurden mehrere Holzstämme von bis zu 7 Metern Länge zu Tage gefördert, welche die Existenz eines Holzstegs für Fußgänger neben der Furt für die Transportwagen belegen.

Womöglich entstand bereits während der Römerzeit eine erste steinerne Brücke. Schriftlich belegt ist eine Reparatur im Jahre 1656. Zwei vereidigte Experten schätzten damals die Kosten für die Arbeiten an der 186 Fuß langen, 15 Fuß breiten und 20 Fuß hohen Brücke mit sechs Bögen auf 2.564 Gulden. Straße und Brücke war damals anders ausgerichtet als heute und gingen ab der „Waassergaass“ etwa bis zum Chor der heutigen Pfarrkirche (1833-36 errichtet).

 

Momentane Situation mit dem Verlauf der alten Straße (rot eingezeichnet) und der blau eingefärbten alten Brücke (bis 1754) mit sechs Bögen. Mit freundlicher Genehmigung von Bing Maps 3D (Microsoft).

 


Einen Tag nach ihrer Rückkehr aus dem Exil statteten Prinz Felix und der spätere Großherzog Prinz Jean auch Hesperingen einen Besuch ab und standen an der zerstörten Brücke (11.09.1944).

 

1754 wurde dann eine gänzlich neue Brücke errichtet, die aus drei Bögen von je 27 Fuß Öffnung bestand. 1831 ereignete sich während der belgisch-holländischen Auseinandersetzungen dort gar ein Gefecht. Der strategisch wichtige Punkt hatte mehrere hundert Jahre über auch den Besitzern die Eintreibung des Brückenzolls ermöglicht und erhielt 1882 durch den Bau der Schmalspurbahn Jangeli eine erneute Daseinsberechtigung.

Während des Rückzugs der deutschen Truppen im Jahre 1944 wurde besagte Brücke in der Nacht vom 9. auf den 10. September durch zwei Sprengungen zerstört und durch das US-Militär später behelfsmäßig wieder instand gesetzt. Der Unfall eines Panzers dort am 26.12.1944 kostete drei junge US-Soldaten das Leben. Erst Mitte 1949 wurde die Brücke erneuert (Abschluss der Arbeiten am 24.05.1950). Drei 11,40 Meter weite Flachbögen aus Ernzer Hausteinen schufen die Grundlage für eine 9 Meter breite Fahrbahn und zwei anderthalb Meter breite Bürgersteige.

Momentan wird die Hesperinger Alzette-Brücke erneuert und dabei großzügig verbreitert. Diese Erneuerung des Dorfkerns wird allen Beteiligten verkehrstechnische Vorteile bieten und ästhetisch zur Aufwertung der Gemeinde beitragen.

Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

 

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Wussten Sie schon,... (aus: Buet 05 / 2011 / N°6)

... dass die 5 Ortschaften der Gemeinde Hesperingen früher zu zwei Gemeinden gehörten? Im Jahre 1795 entstanden in Luxemburg die Gemeinden durch den Einmarsch der französischen Revolutionstruppen, die eine neue Verwaltungsordnung ("administration municipale") einrichteten, an deren Spitze ein "agent municipal" oder "maire" mit einem "adjoint" stand. Luxemburg, welches die Bezeichnung Wälderdepartement erhielt, wurde in "arrondissements" aufgeteilt, die wiederum in Kantone zerfielen. Schon am 31.08.1795 wurde Hesperingen zum Kanton, das aus 16 "agences" bestand, darunter Alzingen und Hesperingen. Zu Alzingen gehörte Alzingen, Fentingen und Kockelscheuer, zu Hesperingen die gleichnamige Ortschaft Hesperingen sowie Itzig.

 

Diese republikanische Einteilung war jedoch nur von kurzer Dauer, denn Mitte Dezember 1799 gab es eine neue durch das Konsulat (mit Napoléon Bonaparte) herbeigeführte Verfassung, die den Gemeinden eine gewisse Selbstständigkeit verlieh, an deren Spitze nun ein Bürgermeister ("maire") und ein "sous-maire" standen. Die "agence" Alzingen (Alzingen, Fentingen und Kockelscheuer) bestand um 1799/1800 aus 357 Einwohnern, die "agence" Hesperingen aus den Dörfern Hesperingen und Itzig sowie der bei Turbelsloch gelegenen Schleifmühle (nicht zu verwechseln mit der auf dem Bann Hamm gelegenen Schleifmühle) mit einer Einwohnerzahl von 710 Personen.

 

Diese Aufteilung in zwei Gemeinden bestand bis Januar 1823.  Am 02.08.1819 wurde von der "Députation des Etats du Grand Duché de Luxembourg" die Schaffung größerer ländlicher Gemeinden beschlossen und Hesperingen sollte gar mit den Gemeinden Alzingen, Hollerich und Leudelingen zusammengeschlossen werden. Nach einigen weiteren Denkspielen wurde dann am 30.07.1822 entschieden, die neue Gemeinde "Hespérange" (damalige Schreibweise) mit den vier Ortschaften Alzingen, Fentingen, Hesperingen und Itzig zu konstituieren, wozu auch die auf dem Itziger Bann gelegene Schleifmühle gehörte. Howald war damals noch unbewohnt und gehörte (wie noch heute) zur Sektion Hesperingen. Durch königlichen Beschluss vom 02.01.1823 trat diese Verordnung dann in Kraft, welche noch bis heute ihre Gültigkeit behalten hat.

 

Roland Schumacher
Geschichtsfrënn vun der Gemeng Hesper

 

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