Schon der Großvater Roger Krieps (1922-1990) fand breite Anerkennung als Justizminister (1974-1979) und zusätzlich dazu auch noch als Kultur und Umweltminister (1984-1989) sowie als Parteivorsitzender der LSAP (1980-1984). Sein Sohn Bob Krieps war ebenfalls in der Gemeinde Hesperingen bei der LSAP politisch aktiv (1997 – 2011). Anschließend (2011 bis 2014) war er Präsident des Verwaltungsrates des Luxemburger Filmfonds. Die Heirat mit der deutschstämmigen Eva-Maria Berndt erfolgte am 03.06.1983 in Wennigsen/Deister (D). Drei Kinder entstammen dieser Ehe: Vicky (geb. 04.10.1983 Luxemburg) und das Zwillingspaar Anna Maria (renommierte Fotografin) und Philip (in Frankreich als Künstler unterwegs), beide am 18.09.1986 in Luxemburg geboren.
Vicky Krieps ist die aktuell erfolgreichste luxemburgische Schauspielerin und hat sich als eine der nuancenreichsten Charakterdarstellerinnen des internationalen Kinos etabliert. Bekannt für ihre intensive Präsenz und Wandlungsfähigkeit, verkörpert sie oft starke, komplexe Frauenfiguren, die sich gesellschaftlichen Konventionen widersetzen.
Ihre Eltern zogen 1984 nach Hesperingen, wo sie ein Haus auf der „Hesper Buerg“ erwarben. Nach ihrer Schulzeit an der Grundschule in Hesperingen und am LGL (Abitur 2004) sowie mehreren Monaten sozialem Engagement in Afrika zog es Vicky Krieps zur Schauspielkunst.
Sie absolvierte ihre Ausbildung an der „Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK)“, einer der größten Kunsthochschulen Europas. Dort fand sie einen Raum, in dem sie „nicht konform genug“ sein musste und sich abseits von Marktmechanismen entwickeln konnte.
Ihre Karriere begann Vicky Krieps im Ensemble des Schauspielhauses Zürich sowie in verschiedenen europäischen Filmprojekten. Ihr Filmdebüt gab sie 2009 in House of Boys. Es folgten kleinere Rollen in internationalen Produktionen wie dem Action-Thriller Hanna (2011) und dem Polit-Drama A Most Wanted Man (2014). Der endgültige internationale Durchbruch gelang ihr 2017 an der Seite von Daniel Day-Lewis in Paul Thomas Andersons „Der seidene Faden“ (Phantom Thread). Ihre Darstellung der Muse Alma, die sich in einer toxischen Beziehung behauptet, faszinierte die Kritik weltweit.
Vicky Krieps hat sich seither als feste Größe im europäischen und US-amerikanischen Kino etabliert: Old (2021), The Survivor (2021), Bergman Island (2021), Corsage (2022), Die drei Musketiere (2023), Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste (2023) u. a.
Sie ist regelmäßig Gast bei den bedeutendsten Festivals der Welt. In Cannes 2022 war sie gleich in zwei Filmen vertreten und wurde 2024 in die Jury berufen. Seit Februar 2025 ist Vicky Krieps Präsidentin der Deutschen Filmakademie, in deren Podcast sie auch aktiv ist. Sie selbst wurde bereits mehrfach für ihre Darstellungskunst ausgezeichnet.
Bei der Oscar-Verleihung in der Nacht zum 16.03.2026 wurde der Film „Two People Exchanging Saliva“ als bester Kurzfilm ausgezeichnet. In dem 36-minütigen Werk sprach Vicky Krieps als Erzählerin die Off-Stimme. 2026 wurde sie am Nationalfeiertag im Rahmen des offiziellen Festaktes in der Philharmonie Luxemburg für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen von Großherzog Guillaume mit dem Orden und Titel „Officier de l’Ordre de la Couronne de chêne“ ausgezeichnet.
Inzwischen lebt die Schauspielerin mit ihrer Tochter Elise und ihrem Sohn Jan Noah (Vater war der deutsche Schauspieler Jonas Laux) vorwiegend in Berlin. Im Mai 2025 ging sie in Griechenland eine symbolische Ehe mit dem Filmproduktionsassistenten Lazaros Gounaridis ein., den sie während der Dreharbeiten zu „Hot Milk“ kennengelernt hatte.
Mittlerweile ist die Schauspielerin nicht mehr allein auf dem Film-Parkett, denn auch ihre Tochter Elise Krieps (geb. 2010) bekam nach diversen Kurzrollen („Corsage“ usw.) in dem Missbrauchsdrama „Karla“ die Rolle der titelgebenden Protagonistin. Bei kleineren Filmfestivals wurde der Film bereits ausgezeichnet. Ein Talent scheint sich vererbt zu haben …